Bretagne 2020 – Tag 4 – Lokemo und Côte de Granit Rose

Das Wetter ist keine unwichtige Sache im Urlaub, vor allem wenn man in der Bretagne ist. Mit Hinweisen wie “man kann mehrere Jahreszeiten an einem Tag erleben” etc. ist man ein bisschen vorsichtig, wenn die Wettervorhersage in wenigen Tagen nur noch Regen anzeigt (hat sich übrigens dann nicht bewahrheitet. Bretagne eben…)

Für heute wiederum war Sonne pur angesagt, und daher war klar – ein paar erste Badestunden mussten sein, und für den Abend sollte es dann Trégastel und die berühmte rosa Granitküste (Côte de Granit Rose) werden. Schöner Abendhimmel und Sonnenuntergang wurden eingeplant für diesen Ort voller Formen und Farben.

Den Mittag verbringen wir also am Strand, und zwar am schönen kleinen Plage de Kirio, den wir gestern entdeckt hatten. Hinter der Halbinsel An Dourven, wunderschön von Wald umgeben, und sehr geschützt – daher fast ohne Wellen bestens zum Schwimmen geeignet. Mit um die 20 °C Lufttemperatur (Wasser vermutlich so um die 17 °C) ist es nicht sehr warm, aber die Sonne ist auch im September noch kräftig genug für ausgekühlte Schwimmer-Muskeln. Nur eine kleine Handvoll Leute sind noch mit uns am Strand. Übrigens haben wir unsere Fahrräder dabei, die ca. 2 km zum Strand machen richtig Laune, auch mit ein paar kurzen aber ordentlichen Steigungen durch Lokemo hindurch.

Zurück am Haus machen wir uns für den Abend fertig, wir fahren in Richtung Trégastel auf die kleine Insel Île Renote (die jedoch trocken zu Fuß erreichbar ist). Hier sind wir ein bisschen auf den Spuren des Kommisar Dupin, den es in seinem sechsten Fall “Bretonisches Leuchten” ebenfalls nach Trégastel und auf die Insel verschlagen hat. Natürlich kennen wir die Krimis von Jean-Luc Bannalec…

Die Gegend ist schon sehr vom Tourismus geprägt, und wir sind froh hier außerhalb der Saison zu sein. Vermutlich ist im “Corona-Jahr” noch ein bisschen weniger los. Wir sind natürlich nicht allein, aber es ist trotzdem noch sehr beschaulich. An einem regulären Hochsommertag oder -abend möchte ich nicht unbedingt hier sein…

Und natürlich ist hier die Natur, genauer gesagt das Meer und die sagenhaften Granitfelsen Hauptdarsteller, und die “rosa” (oder eher orangene) Felsen sind bei Sonne, und mit einem schönen Abendhimmel besonders zu genießen. Es gibt neben der Île Renote noch andere Orte, Wege und Abschnitte, die sich sicherlich ebenso lohnen, wir sind jedenfalls von der Insel, den runden und bizarren Felsbrocken, den Stränden und der gesamten Natur absolut begeistert. Die Formen regen die Fantasie an, und man sieht überall Gesichter, Schildkröten, Pfannkuchen etc. – es macht viel Spaß diese Formen im Granit zu finden.

In der Nähe wird der Granit übrigens auch in einem Steinbruch abgebaut, und einige Denkmäler und Bauwerke z.B. in Paris sind daraus hergestellt.

Zu Beginn steht die Sonne noch recht hoch, dafür ist das Wasser noch weit draußen. Mit unserem Spaziergang und den verschiedenen Ausblicken sinkt die Sonne, die Farben werden immer kräftiger, und das Meer steht jetzt auch hoch genug für wunderschöne Spiegelungen und Farbspiele.

Kaum ist die Sonne untergegangen, verblassen die Farben und der Zauber der Dämmerung setzt ein.