Colorado Trail 2024 - Tag 1 - Start am Waterton Canyon
Am South Platte River entlang in die Rockies — der erste Trail-Tag vom Waterton Canyon über knapp 27 heiße Kilometer bis ans Ende von Segment 1

Es war geschafft - alle Vorbereitungen abgeschlossen, die Anreise nach Denver gut überstanden, und um 8 Uhr morgens war der Startpunkt des Colorado Trails erreicht - der Trailhead am Waterton Canyon.
Streckendaten
- Strecke
- 26,8 km/16,7 mi
- Höhenmeter
- 762 m/2500 ft
- Höchster Punkt
- 2291 m/7516 ft
- Schwierigkeit
- mittel
- Wetter
- sonnig und heiß
Ich war bereits einige Tage vorher in Denver angereist, so konnte ich mich schon ein bisschen an die Höhenluft gewöhnen. Mit ca. 1600 m liegt Denver ja schon ein bisschen höher als mein Zuhause mit ca. 200 m. Und es gab noch Zeit, ein paar Dinge zu kaufen und zu packen, Resupply-Päckchen zu versenden, und eine richtig schöne Zeit mit Family zu verbringen.
So ging es die ersten Schritte auch gemeinsam los mit Schwester, Neffe und Nichte - und es war sehr bewegend. Einerseits, dass dieses so ersehnte Abenteuer nun endlich begann. Andererseits zu wissen, dass im Hintergrund Support und Backup da war für Fragen oder schwierige Situationen.
Jetzt zählte es. Meine Ausrüstung durfte sich jetzt bewähren. Kein weiterer Kilometer Training. Wissen, Tipps und Tricks für den Wander- und Zeltalltag gesammelt. Würde es reichen? Was würde ich die nächsten Tage und Wochen und den hunderten von Kilometern erleben?
Und dann der Abschied, noch einmal der Blick zurück zu meinen Lieben, und dann - hinein in den Waterton Canyon, am South Platte River entlang. Die ersten Kilometer recht gemütlich auf einer ehemaligen Bahnstrecke der Denver, South Park and Pacific Railroad, die in den 1870-Jahren erbaut wurde und bis 1937 in Betrieb war. In Denver war es in diesen Tagen sehr heiß, fast 40 °C, hier im Canyon war es am Morgen noch gut erträglich - teilweise sogar schattig. Und so war dieser “easy hike” zu Beginn genau richtig - ich konnte mich ein bisschen einlaufen, nach Bighorn Sheep schauen (erfolglos), und einfach meine Emotionen genießen.

Sehr spektakulär ist der Canyon hier nicht, trotzdem genoss ich die schöne, felsige Landschaft, das Rauschen des Flusses, und ein gelegentliches “Hi” oder Smalltalk mit anderen Hikern.
Nach ca. 10 km war es dann vorbei mit dem Einlaufen auf dem ungeteerten Strässchen. Am Strontia Dam - ein wichtiger Baustein der Wasserversorgung von Denver - ein bisschen Pause an der Picknick Area, und nun begann der erste stärkere Anstieg, bald auf einem “richtigen” schönen Wanderweg. Jetzt war es schon gut heiß geworden, dafür ging es meist durch den Wald, und der Schatten war sehr willkommen. Die Strecke wurde deutlich einsamer, nur ganz vereinzelt sah ich andere Wanderer. Die meisten der Tageswanderer oder Biker drehen am Strontia Dam wieder um.
Nach einiger Zeit dann die erste richtige Pause am Bear Creek. Ein kleiner Bach, der für die restliche Strecke die letzte sichere Station zum Auffüllen der Wasservorräte war. Die heißen Sohlen kühlten sich schön im Bach ab, dazu gab es hier viele lustige Raupen, die öfter mal in den Bach fielen und sich ein Stück weiter unten wieder an einem Stein an Land retteten.

Weiter ging der Anstieg, jetzt auch teilweise recht steinig, und tatsächlich noch Wasser im Little Bear Creek. Immer gut für einen extra Schluck aus der gefilterten Pulle. Schließlich erreichte ich im Auf und Ab einen tollen Aussichtspunkt mit Blick auf den South Platte River und die Berge dahinter. Mein erster Gedanke war, gleich hier zu übernachten, doch ein paar dunkle Wolken hatten sich im Nordwesten gebildet. Ein Gewitter wollte ich an so einer exponierten Stelle nicht riskieren, und so stieg ich ab bis zum Ende des Segment 1, mit angenehmer Wegführung durch den Wald, bis ich wieder den South Platte River erreichte.

Etwas oberhalb des Flusses baute ich dann mein Zelt auf. Andere Hiker waren direkt am Fluss, was laut dem Colorado Trail Data Book nicht erwünscht sei, da es sich hier um Privatbesitz handelt. Ich war jedenfalls zufrieden mit meinem Platz, trotzdem in Nähe des Wassers, und für den Anfang noch nicht völlig allein auf weiter Flur.
Natürlich waren meine Routinen zum Aufbau des Zelts etc. noch etwas holprig. Die Socken für die Nacht waren “irgendwo” verstaut, alles fühlte sich etwas unorganisiert an. Aber ich war super glücklich, dass der erste Tag so gut verlaufen war, und dass ich sogar das ganze erste Segment geschafft hatte.
Tipps und Erfahrungen
Ein Start unter der Woche am Waterton Canyon ist empfehlenswert. Am Wochenende dürfte hier sehr viel los sein. Wegen der Hitze empfehle ich, die Morgenstunden zu nutzen, wenn möglich.
Ein bisschen hatte ich das Trinken am Tag vernachlässigt - ich musste mich erst einmal an die erforderliche Wassermengen gewöhnen. Gerade an den ersten heißen Tagen - Trinken, Trinken, Trinken (+ Elektrolyte).
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