Bretagne 2020 – die Anreise

Am 05. September ging es nun tatsächlich los. Im Jahr von COVID-19 hatten wir schon einige Male umdisponieren müssen in unserer Urlaubsplanung. Das sind – fairerweise gesagt – recht geringe Sorgen gegenüber den vielen Erkrankungen, Einschränkungen und Änderungen, die es für viele Menschen auf der Welt dadurch gibt.

So hatten wir bis Sommer noch gewartet, ob es vielleicht doch noch klappt mit dem geplanten USA/Wyoming/Colorado-Trip. Irgendwann war klar, dass das nichts mehr wird dieses Jahr. Dann hatten wir als Alternative Südfrankreich/Haute-Provence angepeilt, sind aber inzwischen froh, dass wir stattdessen ganz im Westen von Frankreich gelandet sind. Hier in der Bretagne sind die Departments (Stand Mitte September) noch nicht Risikogebiet. Wir wünschen uns natürlich, dass das so bleibt – für uns und die anderen Menschen hier, und natürlich dass sich die Lage in Frankreich auch demnächst wieder beruhigt.

Nun also, eine gute Woche und schon viele Erlebnisse später komme ich dazu, unsere beiden Anreisetage ein bisschen zu beschreiben.

Tag 1

Los ging es am Samstagmorgen, 05.09., über Frankfurt, Kaiserslautern, Saarbrücken, und dort über die Grenze nach Frankreich. Auf der A4 in Richtung Westen, vorbei an Metz und Verdun. Hier viel “Gegend” wie es so schön heißt, riesige Felder, ein paar Wäldchen dazwischen, leicht hügelig und wenig aufregend. Die Schönheiten entdeckt man natürlich auch nicht entlang der Autobahn. Nach zwei Mautstationen und ca. 20 € weniger im Geldbeutel verließen wir die Autobahn und versuchten nicht sehr erfolgreich, bei Reims auf die N31 zu gelangen. Die Ausschilderung ist hier etwas merkwürdig bzw. wir waren vielleicht noch nicht ganz in der französischen Beschilderungs-Logik angekommen. Mit einer kleinen Fahrt durch kleine Vororte von Reims landeten wir dann doch bald auf der N31.

Nun ein bisschen gemächlicher weiter, mal 4-spurig ausgebaut, mal eher besseres Landsträßchen. Auch hier wieder der Wechsel zwischen hübschen Landschaften, Wäldchen, Flussläufen und fast endlosen langweiligen Feldern. Ohne große Pausen vorbei an Soissons, Compiègne und Beauvais, bis wir unser Ziel für diesen Tag erreichten – bei Gournay-en-Bray. Hier hatten wir eine super schöne Übernachtung mit den besten airbnb-Hosts, die man sich nur vorstellen kann. Daraus ergab sich auch eine kleine Routenänderung für den nächsten Tag. Zum Ausklang also stilecht Käse, Rotwein und echten “Pommeau” aus der Normandie – das ist Apfelsaft, der mit Calvados versetzt und dann einige Monate gelagert wird. Sehr empfehlenswert!

Tag 2

Nach einem schönen Frühstück, natürlich mit Croissants und dazu selbstgemachte Marmelade und andere Leckereien ging es dann bald wieder los mit dem zweiten Abschnitt unserer Anreise.

Wir wollten sowieso Rouen umfahren und bald von der N31 in Richtung Süden abzweigen, da kam uns der Tipp unserer Hosts gerade recht – ein Abstecher zum Château Gaillard bei Les Andelys. Wir waren sehr begeistert von der wunderschönen Aussicht auf die Burgruine und die Kalkfelsen über der Seine. Die Burg wurde Ende des 12. Jahrhunderts in relativ kurzer Zeit durch Richard Löwenherz errichtet und sollte dessen Reich vor Angriffen der Franzosen aus dem Westen schützen. Wir beließen es bei dem Ausblick (s. Fotos), da wir noch einige hundert Kilometer vor uns hatten, überquerten hier die Seine, und quer durch die Normandie ging es nun in Richtung Caen.

Bei Caen dann “endlich” wieder Autobahn, von hier ab Mautfrei. Nach einiger Zeit ein kurzer Blick auf den Mont St. Michel (den wir vor zwei Jahren schon besucht hatten), und bald danach hatten wir die Bretagne erreicht. Auf der N176 weiter in Richtung Westen, an Dinan vorbei, dann auf die N12. Saint-Brieuc, Guingamp als letzte größere “Stationen” auf dem Weg, dann schließlich nach Lannion. Und von dort waren es dann nur noch ein paar Kilometer, bis wir unser Ziel – Locquémeau – erreicht hatten. Besser gesagt “Lokemo”, denn das ist die bretonische Schreibweise, auf die hier viel Wert gelegt wird.

Insgesamt hatten wir bestes Fahrwetter, nicht zu heiß, mal bewölkt, mal sonnig. Und nach ca. 1200 km waren wir dann sehr glücklich, bei schönem Abendhimmel unser Ziel am Meer erreicht zu haben. Von den beiden Tagen nur ein paar Fotos, viel Spaß damit!

(Bitte Fotos anklicken, die Bildqualität wird dann besser – hab gerade keine Zeit einen besseren Slider zu finden…)