Bretagne 2020 – Tag 7 – Beg Leguér und Trébeurden

Heute ein kleiner Ausflug ans andere Ufer. Wir wohnen in Lokemo, am Pointe de Sehar. Ungefähr östlich von hier fließt der Leguér in den Ozean, das ist ein kleines Flüsschen, das auch durch die Stadt Lannion fließt. Die Mündung ist recht typisch für die Bretagne – durch die starken Gezeiten (hier bis über 9 m Unterschied zwischen Ebbe und Flut) strömt das Meer bei Flut kilometerweit flußaufwärts ins Land. Umgekehrt sind dann bei Ebbe diese Täler fast wasserfrei, die Flüsse selbst sind dann oft nur noch bessere Bäche. Und das Fluß- oder “Meer”bett ist jetzt graues, matschiges Watt.

Wir schauen also von unserem Standort auf die Bucht von Lannion, und um auf die andere Seite zu gelangen muss man einen ganz schönen Umweg fahren, obwohl es Luftlinie vielleicht nur 1 oder 2 km sind. Da das Gras auf der anderen Seite immer grüner, die Strände immer toller sind, sind wir natürlich neugierig was uns dort erwartet.

Zuerst also hinein nach Lannion, und von dort aus weiter auf die Gegenseite zu einem Ort namens “Beg Leguér”. “Beg” heißt auf bretonisch wohl sowas wie Spitze oder Punkt, also der äußerste Punkt des Leguér. Hier zum Parkplatz am kleinen Leuchtturm “Phare du Beg Leguér”, und dann hinunter auf einem schönen Pfad zum Strand Plage de Maez-an-Aod.

Das ist in der Tat ein wunderschöner Strand. Er liegt etwas weniger geschützt als die Strände bei Lokemo, so dass hier die Wellen auch ein bisschen größer sind. Der (von oben) rechte Teil ist – wie wir später noch herausfinden – für Nackedeis gedacht, etwas das man in der Bretagne nicht so oft findet. Dann ein kleiner Felsvorsprung, und die linke größere Hälfte ist dann wieder “Textil”. Es ist heute ein kühlerer, eher bedeckter Tag, so dass wir unsere Badesachen diesmal nicht auspacken. Jedenfalls ein wirklich sehr schöner Platz, und der Blick auf “unsere” Seite ist ebenfalls herrlich.

Danach geht es weiter ins nahegelegene Trébeurden. Das ist schon ein etwas größererer Badeort mit einem großen, schönen Sandstrand. Allerdings dürfte dieser bei Hochsaison und bei schönem Wetter sehr gut besucht sein, wie auch Trébeurden irgendwie etwas öde und langweilig wirkt (zumindest was wir gesehen haben). Der Ort reizt uns also nicht besonders, auch wenn ich hier am Hafen eine sehr leckere Galette zu mir nehme.

Viel interessanter ist die kleine Insel Île Milliau. Diese ist dem Ort vorgelagert und soll landschaftlich sehr schön sein. Zudem gibt es dort eine ungefähr 5.000 Jahre alte Allée couverte (oder Galeriegrab) , das ist ein länglicher Dolmen aus der Megalithzeit. Und dann gibt es noch die Besonderheit, dass man die Insel nur zu Fuß und bei Ebbe betreten kann.

Was wir nicht wissen ist, dass die Insel nicht bei jeder Ebbe zu betreten ist. Die Wasserstände sind ja je nach Mond- und Sonnenstand sehr unterschiedlich. Bei maximaler Differenz wird über 9 m bei Flut erreicht und weniger als 1 m bei Ebbe. Das verändert sich jedoch täglich, und zwischendrin schwanken die Wasserstände zwischen ca. 3,5 und 6,5 m.

Letzteres ist heute der Fall, und etwas platt ausgedrückt ist der Wasserstand während der heutigen Ebbe nicht tief genug um die Insel betreten zu können. Trotzdem haben wir auf den Felsen auf Landseite schöne Blicke und wieder viele außergewöhnliche Felsen. Hier beginnt auch schon die Côte de Granit Rose, die wir vor ein paar Tagen besucht hatten.

Trotzdem ein schöner Tag, und wir kommen wieder bei passendem Wasserstand!